Aktuelle Hinweise der Landesmusikdirektoren

Kai Widhalm (kaiwidhalm) am 01.05.2020

Liebe Musiker*innen im NMV

Es erreichen uns in den letzten Tagen vermehrt Fragen zu zukünftiger, musikalischer Tätigkeit, besonders in unseren Vereinen...

Liebe Musiker*innen im NMV

Es erreichen uns in den letzten Tagen vermehrt Fragen zu zukünftiger, musikalischer Tätigkeit, besonders in unseren Vereinen. Corona scheint kein Ende zu nehmen.
Es gibt erfreulicherweise eine große Zahl musikalisch kreativer Köpfe auch hier in Niedersachsen, die ihre Wege zur Musik durch die uns auferlegten Einschränkungen finden.
Sei es mit dem Musikunterricht online, oder mit separat eingespielten Orchesterstimmen, die dann zu einem Ganzen vereinigt werden. Nicht zu vergessen den Termin um 18:00 Uhr am Sonntag . Es gibt eine ganze Reihe von tollen Beispielen.
Das alles kann natürlich nicht die direkte Ansprache unserer gemeinsamen musikalischen Zusammenkünfte ersetzten. Improvisierte Ideen sind aber immer besser als gar keine Musik.

Die Vorgaben der Landesregierung lassen aber noch keine Erleichterungen zu. In Niedersachsen sind öffentliche Zusammenkünfte auf zwei Personen beschränkt, und auch hier sind eine ganze Reihe von Hygieneregeln zu beachten.
Hier findet ihr die ab 04.05.2020 gültige Fassung. Siehe besonders §2 Abs.3 

https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/vorschriften-der-landesregierung-185856.html

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Möglichkeit besteht, dass Landkreise auf Antrag in Einzelfällen und unter Auflagen bei außergewöhnlichen Anlässen Auftritte genehmigen können. 

Weiterhin kann man sich natürlich die Frage stellen, wie sich im Falle einer Infektion das Spielen eines Blasinstrumentes auf die Umgebung auswirkt.
Das Robert-Koch Institut warnt bislang lediglich vor dem singen. RKI Präsident Wieler in der Pressekonferenz vom 28. April: „Tröpfchen fliegen besonders weit beim singen“

Zum Spiel eines Blasinstrumentes gibt es leider keine wissenschaftlich belegten Erkenntnisse.
Man könnte leicht der Meinung sein, man bläst außer bei der Querflöte ja seine Atemluft noch durch den Corpus seines Instrumentes. Dabei entsteht aber ein intensiver Luftaustausch mit der Lunge, ganz abgesehen von der Speichelansammlung im Instrument und darum herum. Die derzeitige Situation wird anscheinend zum Anlass genommen, genauere Untersuchungen, für jedes Instrument gesondert, durchzuführen. Wir sind auf die Ergebnisse gespannt.

Eine Einschätzung von Prof. Dr. med. Dr. phil. Claudia Spahn und Prof. Dr. med. Bernhard Richter
Freiburger Institut für Musikermedizin gibt hier etwas Aufschluss.

https://www.mh-freiburg.de/hochschule/covid-19-corona/risikoeinschaetzung/?fbclid=IwAR0tzat7NwwEv8Lwq1phtyF9ZwIfFcK4Gq2kqFAptGjQpLve-a4wxN2Y5QY

Man muss bei  den Inhalten aber stets darauf achten, das angegebene Zahlen meist nicht das Land Niedersachsen betreffen. Die Regelungen sind leider nicht bundesweit einheitlich.

Wir befürchten, dass aufgrund des starken Druckes aus der Wirtschaft zu weiteren Erleichterungen das zusätzliche Ansteckungspotential eines gemeinsamen Vereinslebens nachvollziehbar von der Politik kurzfristig kaum in Kauf genommen werden kann. 

Mit dem Schlusssatz zitieren wir unseren Musikfreund Reinhard Gramm, Landesposaunenwart im Bezirk Stade:
Alle im Internet oder in sozialen Medien kursierenden Darstellungen stellen allenfalls eine Diskussionsgrundlage dar, setzen aber NICHT die gebotenen gesetzlichen Regelungen außer Kraft.
Haltet Euch bitte an die Vorschriften, bleibt achtsam und gesund!

Eure LMDs

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