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Malenter Spielmannszug reiste durch Amerika und Kanada

04.12.2017
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Vom 14. bis zum 24. September erlebte der Spielmannszug des TSV Malente die seit Jahren größte Reise. Nach 1991 nahmen die Malenter Spielleute nun zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte an der traditionellen mittlerweile 60. Steubenparade auf der Fifth Avenue im New Yorker Stadtteil Manhatten teil. Umrahmt wurde dieses Highlight unter anderem von einem viertägigen Aufenthalt in New York City, zwei Übernachtungen an den Niagara Fällen sowie Städtetouren durch Washington, Philadelphia und durchs kanadische Toronto.

Es war Donnerstag, 4.00 Uhr morgens, als die Reise aus der Malenter Ringstraße mit dem Bus in Richtung Hamburg Airport startete. Nach einem entspannten, circa achtstündigen Flug landete die Reisegruppe, die mit Gästen insgesamt 52 Personen zählte, am Newark Airport. Nachdem die Uhren sechs Stunden zurückgestellt wurden, verblieb noch viel Zeit zur freien Verfügung. Die Freizeit nutzte die Reisegruppe an diesem Tag und den weiteren Abenden zum Shoppen, Bummeln und Gucken – schließlich lag das Hotel der Ostholsteiner unweit des berühmten Warenhauses Macy's und ebenfalls nicht weit entfernt vom hell bestrahlten Times Square.

Am nächsten Tag begann bereits das Pflichtprogramm: Die Steubenparade wartete. Am Freitag fand die offizielle Begrüßungsveranstaltung am Foley Square statt, zu der viele amerikanische Vertreter in gebrochenem Deutsch, aber auch unzählige Deutsche Vereinsvertreter in feinstem Günther-Oettinger-Englisch Grußworte an die anwesenden Gäste richteten. Die Malenter schlugen sich wacker. Am Nachmittag ging es auf den höchsten Punkt New Yorks, das berühmte One World Trade Center, welches direkt neben den Denkmälern der vor gut sechzehn Jahren zerstörten Twin Towers erbaut wurde. Es bot sich eine beeindruckende Sicht über Manhatten mit Blick auf eine winzig wirkende Freiheitsstatue und das New Yorker Straßennetz.

Am Folgetag sollte es dann richtig losgehen: Die 60. Steubenparade startete um 12.00 Uhr, nachdem es vormittags eine bewegende Zeremonie in der St. Patrick's Kathedrale samt Fahneneinmarsch mit Malente-Flagge gegeben hatte. Die Parade begann um 12.00 Uhr, die Malenter aber mussten sich gedulden und liefen erst um etwa 14.15 Uhr über den Roten Teppich – dennoch war auch dies ein einmalig schönes Erlebnis für alle Spielleute. Und auch die Gäste hatten ihre Freude, als sie „ihre“ Musiker sahen – schließlich war das davor gesehene oftmals recht bayrisch: Lederhosen. Dirndl. Oktoberfeststimmung. Ja, sogar ein FC Bayern München-Fanclub nahm an der Parade teil. Nach dem Marsch über die Fifth Avenue ging es dann mit der Staten Island Ferry in Richtung Freiheitsstatue und zurück.

Das plattdeutsche Oompahfest am Franklin Square stand am Sonntag auf dem Programm. Zwei Auftritte zwischen bayrischer Livemusik ließen sich die Malenter Spielleute nicht nehmen. Die Bier trinkenden und Brezeln essenden Gäste hörten von ihren Bierbankgarnituren aus zu – Die Amerikaner kennen wohl nur ein Bundesland: Bayern. Gestört hat das aber niemanden, gerade weil es kurz nach dem zweiten Auftritt Freibier in Pitchern, Sauerkrat und Bockwurst satt gab. Da die Zeit drängte, wurden die schnell geleerten Pitcher fix wieder aufgefüllt und in den Bus getragen – so blieb die gute Stimmung auch auf der Rückfahrt ins Hotel nach New York City erhalten. Den Folgetag erlebten die Reisenden dann nahezu ausschließlich im Bus. Die Fahrt nach Kanada dauerte schon einige Zeit, aber das Warten an der Grenze kurz vor dem Ziel mit Blick auf die Niagarafälle wurde dann zu einer kleinen Farce, die selbst Reiseleiter Dieter wunderte. Man konnte nur von Glück reden, dass die im Bus sitzenden Menschen musikalisch sind. So wurde aus der Situation das Beste gemacht und jedes auch nur annähernd bekannte Lied lauthals gesungen – mal mehr, mal weniger textsicher.

Am Dienstag stand dann ein weiteres Highlight an: Nach einer Stadttour durch Toronto ging es zurück nach Niagara, um dort mit einem Schiff so nah wie möglich an die Wasserfälle zu fahren. Dies war ein beeindruckendes Naturerlebnis.

Nach einer Tagesfahrt nach York und einer Ankunft in einem Hotel, welches zunächst nichts von einer Reservierung für 52 Personen wusste, dann aber doch gute Zimmer bereitstellte und den Malentern sogar erlaubte, ein Buffet im Foyer zu veranstalten, folgte am Donnerstag die Fahrt zur Amish Village. Hier durften die Ostholsteiner sehen, wie die Amish People auch heute noch leben – einfach, aber dennoch schön, mit viel Vieh und Landwirtschaft und auf das Wesentliche beschränkt.

Freitag stand Washington D.C. auf dem Plan. Eine ausführliche Stadtrundfahrt mit Spaziergang über den Nationalfriedhof in Arlington, der dort stattfindenden Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten und dem Blick auf die Kennedy-Gräber folgte ein Aussteigen am Capitol und am Weißen Haus zu den beiden letzten von zahlreichen Gruppenfotos in Uniform. Anschließend gab es eine Besichtigung des Luft- und Raumfahrtmuseums. Nicht fehlen durfte der kurze Besuch im Hard Rock Cafe, welcher auch schon in New York und Niagara dazugehörte.

Am Tag des Abflugs wurde noch schnell durch Philadelphia gehetzt, wo fix noch ein paar Bilder vor der berühmten Rocky-Statue oder auf den Rocky-Steps posierend geknipst wurden, ehe es zurück zum Newark Airport ging.

Mit unglaublich vielen neuen Eindrücken im Gepäck waren die Malenter nach einer tollen, aber auch anstrengenden Reise froh, als sie gegen kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit im Flieger saßen. Doch so schnell und problemlos, wie sie hin flogen, sollten sie nicht wieder zurück fliegen dürfen. Nachdem es Probleme mit der Klimaanlage gab, mussten alle Passagiere das Flugzeug verlassen. Nach einigen Minuten am Terminal durften alle dann endlich zurück an Bord. Nun aber ging es los, oder? Die Sicherheitshinweise liefen bereits, als der Bildschirm auf einmal schwarz wurde. Stewardessen drehten sich verwundert um, überall wurde getuschelt. Schließlich meldete sich der Kapitän. Der Fehler schien doch noch nicht behoben zu sein, es wurde nach einer Alternative gesucht – und wieder mussten alle das Flugzeug verlassen. Sicherheit geht vor, erklärte der sympathische Pilot später nochmals persönlich im Flughafengebäude. Als der jüngste Mitreisende Noah ihn dann fragte, ob er ein Foto mit ihm machen könne, antwortete dieser, dass Noah doch später ins Cockpit kommen möge. Dort stünde er für Selfies bereit. Sein Versprechen löste er einige Minuten später in einer aus London gelandeten Maschine ein. Diese war vom gleichen Modell und brachte die Malenter mit über vier Stunden Verspätung nach Hamburg, wo sie um etwa 12.00 Uhr sicher landeten. Eine Reise, deren Erinnerungen sicher für die Ewigkeit sind, hatte sein Ende gefunden. Drei Jahre Organisation vom Leiter des Spielmannszuges, Manfred Buck, hatten sich ausgezahlt. Es klappte alles nahezu problemlos. Als Gastfahrer konnte man von einer fast schon unkomplizierten Reise sprechen – und das mit 52 Personen, zwei langen Flügen, neun Übernachtungen in vier verschiedenen Hotels, diversen Check-In's und Check-Out's, unzähligen Eintrittskartenverteilungen, paar spontanen Änderungen und vielem mehr in zwei Ländern, die jeweils knapp dreißig Mal so groß sind wie Deutschland - Wow! Amazing! Fantastic! Great!

 

Steffen Schulz

Zuletzt geändert am: 04.12.2017 um 21:42

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